Am Montagvormittag muss sich ein 33-Jähriger vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Die Liste der Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft verlesen hat, ist lang und reicht von gefährlicher Körperverletzung bis hin zu einem versuchten Mord. Der Angeklagte, der seit Juli 2025 in Untersuchungshaft sitzt, soll über Monate hinweg immer wieder durch extreme Aggressivität und Gewaltausbrüche aufgefallen sein.
Angriffe auf Unbeteiligte und Helfer
Im November 2024 soll der Mann an einer Tankstelle randaliert und einen Mitarbeiter geschlagen haben, weil dieser ihm aufgrund seiner Alkoholisierung kein Bier verkaufen wollte. Im Januar 2025 eskalierte die Situation in der Schweinfurter Bahnhofsmission: Dort soll er zwei Mitarbeiterinnen gewürgt haben. Einer Frau trat er laut Anklage so massiv in die Seite, dass sie eine Rippenserienfraktur erlitt und später operiert werden musste.
Brutale Gewalt im familiären Umfeld
Nur wenige Tage nach dem Vorfall in der Bahnhofsmission kam es zu einer Tat innerhalb der Familie. In der Wohnung seiner Mutter soll der 33-Jährige seinen Stiefvater zu Boden gerissen und ihm einen lebensgefährlichen Kopfstoß gegen die Stirn versetzt haben. Zudem soll er versucht haben, mit einem Stuhl auf den Kopf des Opfers einzuschlagen. Die Staatsanwaltschaft betont hierbei die besondere Gefährlichkeit der Handlung, da der Kopf des Opfers am Boden fixiert war.
Eskalation am Stadtbahnhof
Den Tiefpunkt der Gewaltserie markiert ein Vorfall am Schweinfurter Stadtbahnhof im Juli 2025. Dort soll der Angeklagte vor Zeugen mehrfach geäußert haben, einen Menschen töten zu wollen. Als es zu einer Auseinandersetzung mit Passanten kam, soll er versucht haben, seine Drohung in die Tat umzusetzen. Kurze Zeit zuvor war er bereits aufgefallen, als er mit einer Axt ein Fenster an einem Wohnhaus einschlug.
Das Gericht muss nun klären, inwieweit die psychische Verfassung und der Alkoholkonsum des Angeklagten bei den Taten eine Rolle spielten. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.


