Es sind alarmierende Zahlen. Seit Jahren steigen die Fälle von häuslicher Gewalt immer weiter an – auch bei uns in Unterfranken. Im Jahr 2024 wurde dabei ein Zehnjahresmaximum erreicht – 1.550 Fälle hat die Unterfränkische Polizei in ihrer letzten Kriminalstatistik registriert, ein Zehnjahresmaximum. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Eine neue Dunkelfeldstudie der Bundesregierung zeigt, dass das Problem noch viel größer ist: Nur etwa fünf Prozent der Fälle häuslicher Gewalt werden überhaupt angezeigt. Die Studie erfasste dabei bewusst Fälle, die nicht in der offiziellen Statistik auftauchen. Gewalt im Alltag ist also deutlich weiter verbreitet – vor allem Frauen sind betroffen. Viele Betroffene schweigen aus Angst, Scham oder weil sie sich in einer Abhängigkeitssituation befinden. Für die Dunkelfeldstudie wurden über 15.000 Menschen im Alter von 16 bis 85 Jahren befragt, um ein realistischeres Bild von der Lage zu bekommen.