Chef sein? Darauf haben immer weniger Beschäftigte Lust. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung – und dieser Trend macht sich auch in der Region bemerkbar. Das bestätigt die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt auf Nachfrage. Aktuell fehlen in der Region rund 770 Führungskräfte. In zwei Jahren könnten es sogar fast 1.150 sein – die Lücke wächst damit um fast 50 Prozent. Zum Vergleich: 2019 waren es gerade einmal 50 unbesetzte Führungsstellen. Nach Einschätzung der IHK wird es für Unternehmen zunehmend schwieriger, Führungspositionen zu besetzen. Viele Beschäftigte schrecken vor der zusätzlichen Verantwortung zurück: mehr Arbeitsbelastung, längere Arbeitszeiten und weniger Freizeit. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt als großes Problem. Die IHK fordert deshalb ein Umdenken. Führung müsse moderner organisiert werden – weg von starren Hierarchien, hin zu mehr Zusammenarbeit. Führungskräfte sollen ihre Teams stärken und unterstützen, statt nur Anweisungen zu geben. Dabei spielen auch neue Modelle eine Rolle: Teilzeit-Führungspositionen könnten für Unternehmen künftig ein entscheidender Faktor werden.