Bayernweit hat sich die Zahl der Asylklagen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt - obwohl deutlich weniger Asylsuchende angekommen sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Würzburg, wie das Verwaltungsgericht auf Nachfrage der Redaktion bestätigt. Bis Ende November lagen dem Verwaltungsgericht Würzburg knapp 6.100 Asylklagen vor - fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Grund für den starken Anstieg: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat nach einem längeren Entscheidungsstau wieder mehr Bescheide an Asylbewerber verschickt. Wehrt sich ein Migrant juristisch gegen einen Bescheid vom Bamf - beispielsweise, weil er als Asylbewerber abgelehnt wurde - landet der Fall dann beim Verwaltungsgericht. Bis das Gericht eine Entscheidung fällt, dauert es aber: In Würzburg müssen Asylbewerber aktuell im Schnitt viereinhalb Monate warten. Die meisten Klagen wurden in Würzburg von Asylbewerbern aus Afghanistan, der Türkei, Somalia und Côte d'Ivoire eingereicht. Ob diese Erfolg mit ihrer Klage haben, ist meist abhängig vom Herkunftsland, etwa von der Sicherheit oder ob die Asylbewerber in ihrer Heimat verfolgt werden. Im gesamten Freistaat lagen an den Verwaltungsgerichten dieses Jahr etwa 31.400 Asylklagen vor.