Unter großem Polizeischutz ist am Donnerstagmorgen ein Castor-Transport durch Unterfranken gerollt. Ein Zug mit sieben Strahlenschutz-Behältern bringt Atommüll vom Hafen Nordenham in Niedersachsen, zum Zwischenlager Niederaichbach, bei Landshut.
Gegen 8:15 Uhr fuhr der Zug durch den Würzburger Hauptbahnhof in Richtung Süden. Begleitet wurde er streckenweise von Polizeihubschraubern.
Überall entlang der Bahnstrecke standen immer wieder Polizeikräfte. Die tatsächliche Route des Zuges wurde komplett geheim gehalten, da stellenweise in Deutschland Proteste gegen den Transport angekündigt waren.
Atommüll kommt aus Großbritannien, ursprünglich aber aus Deutschland
Der Zug transportiert insgesamt sieben Castor-Behälter. Sie enthalten hochradioaktiven Atommüll. Dieser stammt aus deutschen Kernkraftwerken und wurde zuletzt in Großbritannien aufbereitet.
Proteste von Aktivisten
Bundesweit hatten Aktivisten Proteste gegen den Transport angekündigt. Von Aktionen in Unterfranken oder anderen Zwischenfällen ist aber nichts bekannt.
Aktivisten kritisieren, dass der Strahlenmüll durch das Land gefahren wird. Bei Fulda haben sie am vorbeifahrenden Zug nach eigenen Angaben einen Strahlenwert von 0,177 Mikrosievert gemessen. Zum Vergleich: Bei einem Flug von Frankfurt nach New York nehmen Menschen fast die 700-fache Menge davon auf.